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Vererben und Schenken – Eckpunkte der Erbschaftsteuerreform


Seit dem 1. Januar 2009 gelten für Erben neue Regeln: Die Freibeträge wurden angehoben und Immobilien werden künftig höher bewertet.

Durch die Reform der Erbschaftssteuer wird Immobilienvermögen nun genau wie Geldvermögen behandelt. Deshalb wird bei der Ermittlung des zu versteuernden Vermögens ab jetzt der Verkehrswert der Immobilie zu 100 Prozent berücksichtigt. Das waren bisher nur rund 60 bis 80 Prozent. Bei vermieteten  Wohnimmobilien gilt ein Abschlag von zehn Prozent.

 

Selbstgenutztes Wohneigentum bleibt für den erbenden Lebenspartner oder die Kinder aber steuerfrei. Allerdings dürfen sie die Wohnung zehn Jahre lang weder verkaufen noch vermieten noch als Zweitwohnung nutzen. Bei den Kindern gibt es noch eine weitere Einschränkung: Die Wohnfläche darf 200 Quadratmeter nicht überschreiten.

 

Bei Betriebsvermögen wurde beschlossen: Die Weitergabe eines Familienbetriebs bleibt dann steuerfrei, wenn er mindestens zehn Jahre lang weitergeführt wird. Wird die Firma nur sieben Jahre lang gehalten, fallen 15 Prozent Erbschaftsteuer an. In beiden Fällen gelten aber bestimmte Voraussetzungen über die Lohnsumme des Unternehmens (65%), damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Bei Unternehmen / Unternehmensbeteiligungen werden die Vergünstigungen nach §13a ErbStG vollständig entfallen. Dafür wird es eine Freigrenze von 150.000 € geben (bisher vergleichbar §13a: 225.000 €). Begünstigt werden neu 85% des Betriebsvermögens und somit von der Steuer freigestellt (Verschonungsabschlag).

Im Nachfolgenden habe ich für Sie die Eckpunkte zusammengestellt. In einer Gegenüberstellung können Sie die Veränderung der Freibeträge ersehen:

 

Freibeträge:

 

Steuerklasse

Personengruppe

Alt

 Neu

I

Ehegatten,
eingetragene Lebenspartner*

307.000,-€

500.000,-€

I

Kinder, Enkel**

205.000,-€

400.000,-€

I

Enkelkinder (wenn Eltern noch leben)

51.200,-€

200.000,-€

I

Großeltern, Eltern (nur bei Erbschaft)

51.200,-€

100.000,-€

II

Geschwister, Nichten/Neffen,
Eltern, Großeltern
(bei Schenkung)

10.300,-€

20.000,-€

III

Sonstige (z.B. Lebensgefährte)

5.200,-€

20.000,-€

*Eingetragener Lebenspartner bleibt auch künftig in der Steuerklasse III.

**wenn die Eltern verstorben sind.

 

Bei den Steuersätzen der Steuerklasse I bleibt es bei den geltenden Tarifsätzen, für die Steuerklassen II und III wird ein zweistufiger Tarif wie folgt eingeführt:

 

Steuerklassen:

 

 Wert des steuerpflichtigen 

 Erwerbs bis einschließlich

          

 

 Steuerklasse 

 

 

 

    I

 II 

     III

                   75.000 €

    7%  

 15%

     30%  

                 300.000 €

  11%

 20%

   30%

                 600.000 €

  15%

 25%

   30%

              6.000.000 €

  19%

 30%

   30%

            13.000.000 €

  23%

 35%

   50%

            26.000.000 €

  27%

 40%

   50%

           und darüber

  30%

 43%

   50%

 

Bei den zusätzlichen Freibeträgen hat sich wenig geändert. Der Freibetrag für Hausrat bleibt mit 41.000 Euro unverändert und kann nur von Personen der Steuerklasse I geltend gemacht werden. Für andere persönliche Güter bleiben nun 12.000 Euro statt bisher 10.300 Euro steuerfrei. Die 12.000 Euro gelten auch für Personen der Klasse II (bisher 10.300 Euro) und III (5.200 Euro).

Wertpapiere wie Aktien sowie Edelmetalle wie Gold und Silber werden nach dem Kurswert (Stichtag ist der Todestag) bewertet. Bei Fonds zählt der Rücknahmepreis, bei Lebensversicherungen die ausgezahlte Versicherungssumme, bei Schenkungen der Rückkaufswert. Hausrat, Schmuck, das Auto werden nach dem aktuellen Verkaufspreis bewertet.

 

Zusätzlich wird beim Erbfall dem überlebenden Ehegatten/Lebenspartner und den Kindern ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt.

Dieser besondere Versorgungsfreibetrag (geregelt in § 17 ErbStG) ist jedoch um den Barwert erbschaftsteuerfreier Versorgungsbezüge zu kürzen. Darunter fallen u. a. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und sämtliche Versorgungsleistungen aus einem Dienstverhältnis (betriebliche Altersversorgung).

Für Erwerbe von Todes wegen steht dem Erben ein Versorgungsfreibetrag in folgender Höhe zu:

  1. Ehegatte 256.000 EUR
  2. Kind bis zu 5 Jahren 52.000 EUR
  3. Kind von mehr als 5 bis 10 Jahren 41.000 EUR
  4. Kind von mehr als 10 bis 15 Jahren 30.700 EUR
  5. Kind von mehr als 15 bis 20 Jahren 20.500 EUR
  6. Kind von mehr als 20 bis 27 Jahren 10.300 EUR

Ab dem 27. Geburtstag haben erbende Kinder keinen Versorgungsfreibetrag mehr.

 

Die Angaben sind sorgfältig recherchiert. Haftung kann dafür aber keine übernommen werden.


 
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